UHF-TV-Transmitter von AliExpress: eigenes TV-Signal kabellos übertragen

UHF-TV-Transmitter werden häufig mit AV- oder inzwischen auch mit HD-Eingängen angeboten und versprechen eine einfache Möglichkeit, ältere Fernsehgeräte drahtlos mit einem Videosignal zu versorgen. Solche Geräte findet man heute vor allem bei internationalen Anbietern, häufig zu sehr günstigen Preisen.

Dabei stellt sich schnell die Frage, wofür sich ein solcher Transmitter heute überhaupt noch sinnvoll einsetzen lässt. Analoge TV-Sender sind in Deutschland seit Jahren abgeschaltet, dennoch lassen sich über AV- oder HDMI-Adapter weiterhin Videosignale einspeisen, etwa von DVD-Playern, Laptops oder anderen Zuspielgeräten.

Doch was leistet ein UHF-TV-Transmitter in der Praxis wirklich, und worauf sollte man vor dem Kauf und bei der Inbetriebnahme achten? Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Worum es in diesem Beitrag geht

In diesem Blogbeitrag schauen wir uns an, wie ein solcher UHF‑TV‑Transmitter funktioniert, welche Einsatzmöglichkeiten er bietet und worauf man beim Einsatz unbedingt achten sollte. Und das nicht nur bezüglich der Frequenzwahl, Leistung und Kompatibilität mit Fernsehern. Denn hinter dem günstigen Preis auf AliExpress steckt eine Technologie, die auf Funk‑ und Modulationsprinzipien basiert, die nicht ohne entsprechendes Wissen eingesetzt werden sollten.

16 Ch UHF-TV-Transmitter Eingänge und Kanalwahl
16 Ch UHF-TV-Transmitter Eingänge und Kanalwahl

Auf einer Seite des UHF-TV-Transmitters finden sich alle grundlegenden Anschlüsse übersichtlich angeordnet. Ganz links sitzt ein kleiner DIP-Schalterblock mit vier Schaltern, über den sich einer von insgesamt 16 UHF-Kanälen einstellen lässt.

Direkt daneben folgt der gelbe Composite-Videoeingang, über den analoge Bildsignale eingespeist werden. Rechts davon liegen die beiden Audioeingänge für das linke (weiß) und rechte (rot) Tonsignal. Wollen Sie mehr über die Anschlussmöglichkeiten mithilfe von Videoadaptern erfahren, sehen Sie sich auch den Beitrag mit weiteren Infos zu AV-Adaptern an.

Ganz rechts befindet sich die DC-Buchse für die Stromversorgung. Der Hersteller gibt 12 Volt bei einer Nennstromstärke von mindestens 1,5 Ampere an, die das externe Netzteil haben sollte. In der Praxis liegt die gemessene Stromaufnahme jedoch deutlich darunter. Ein passendes Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang und muss separat gekauft werden, falls es nicht schon vorhanden ist.

TV-Transmitter Antennenanschluss und Led
TV-Transmitter Antennenanschluss und Led

Links ist eine Betriebs-LED zu sehen, rechts daneben der Antennenausgang in Form einer BNC-Buchse. Als Antenne wird ein kurzer Teleskopstab mitgeliefert, gleich passend mit BNC-Stecker. Er hat eine Länge von ca. 26 Zentimetern. Meiner Ansicht nach ist diese Antenne auch vollkommen ausreichend, möchte man nicht die ganze Nachbarschaft mit dem TV-Signal versorgen. Dazu aber mehr weiter unten.

Innenansicht des 16 Ch-UHF-TV-Transmitters
Innenansicht des 16 Ch-UHF-TV-Transmitters

UHF-TV-Transmitter Innenleben und Aufbau

Natürlich darf auch ein Blick ins Innenleben nicht fehlen, deshalb diese Abbildung. Der 16 Kanal UHF-TV-Transmitter beziehungsweise dessen Innenleben ist sehr übersichtlich auf einer doppelseitig beschichteten Platine aufgebaut, bei der aber nur die Oberseite, wie in der Abbildung zu sehen, mit Bauteilen bestückt ist. Die Frequenzeinstellung und Konfiguration des Modulators, der die HF-Endstufe ansteuert, erfolgt mithilfe eines Mikrocontrollers. Außer einem Spannungsregler, Modulator, Mikrocontroller und HF-Verstärker ist auf der Platine nicht viel enthalten. Zu den einzelnen Komponenten finden Sie mehr Informationen im nächsten Bild.

Innenansicht des 16 Ch-UHF-Transmitters
Innenansicht des 16 Ch-UHF-Transmitters

Hier sind die einzelnen Komponenten gut zu erkennen. Links befindet sich der HF-Verstärker, bestehend aus einem Transistor und einigen anderen Bauteilen. Die Mitte bildet ein HF-Modulator-IC des Typs MBS373CAEF, das in dieser oder ähnlicher Form auch in anderen Geräten mit HF-Ausgang beziehungsweise Antennenausgang zum Einsatz kommt. Das Datenblatt ist hier verlinkt.

Es hat einen Video- und einen Audioeingang, die Frequenzeinstellung erfolgt hier über den Mikrocontroller, der rechts unten im Bild zu sehen ist. Es handelt sich hierbei um einen Atmel AT89C2051-24pu. Beide Komponenten sowie der HF-Verstärker werden von einem Spannungsregler des Typs 7805 mit 5 Volt versorgt. Dieser ist oben rechts im Bild zu sehen. Den Elko am Eingang des 7805 hat man hier offenbar eingespart. Eine Einbaustelle auf der Platine ist gut zu erkennen.

Man kann gut den Strompfad auf der Platine verfolgen, der von der Netzteilbuchse zum Spannungsregler führt und vom Spannungsregler weiter zur restlichen Elektronik wie Mikrocontroller, Modulator, LED (über einen Vorwiderstand) und den HF-Teil links im Bild.

Wie der Modulator in diesem Gerät funktioniert

Der MC44BS373CA ist ein Baustein, der aus einem normalen Videosignal, also dem gleichen Signal, das auch ein Fernseher oder Monitor direkt anzeigen könnte, ein vollständiges TV-Signal macht, wie es früher über Antennenkabel übertragen wurde. Dafür erzeugt der Chip zunächst selbst die benötigte Hochfrequenz, also den eigentlichen TV-Kanal.

Das eingespeiste Videosignal wird im Inneren stabilisiert und so verarbeitet, sodass Helligkeit, Bildspitzen und Synchronisation sauber übertragen werden können. Parallel dazu wandelt der Baustein das Audiosignal in einen passenden Tonträger um, je nach Fernsehnorm entweder per FM oder AM. Danach werden Bild- und Tonträger zusammengeführt und auf die zuvor eingestellte Kanalfrequenz moduliert.

Die Wahl des Kanals, der Fernsehnorm (z. B. PAL oder SECAM), der Tonfrequenz und weiterer Parameter erfolgt über eine digitale Schnittstelle (I²C). Diese am Mikrocontroller angeschlossen. Am Ausgang liegt schließlich ein fertiges HF-Signal an, das direkt in den Antenneneingang eines Fernsehgeräts eingespeist werden kann, ganz wie bei alten Videorekordern oder Spielkonsolen, die ebenfalls interne HF-Modulatoren nutzten. Hier wird es zu einem HF-Verstärker weitergeleitet, der es für eine größere Reichweite aufbereitet und über die Antenne abgibt.

Der UHF-TV-Transmitter und wozu er gut ist

Ein UHF-TV-Transmitter wie dieses kompakte Modell von AliExpress kann überraschend vielseitig eingesetzt werden. Es zeigt, wie einfach und zuverlässig sich ein analoges AV-Signal in ein UHF-TV-Signal umwandeln lässt, das anschließend von jedem geeigneten Fernseher empfangbar ist. Besonders interessant ist, dass sich damit jede Quelle eines Composite-Videosignals sich unkompliziert in ein hausweites Fernsehsignal umwandeln lässt, also ganz ohne zusätzliche Kabel. Mit diesem lassen sich auch mehrere TV-Geräte auf einmal mit einem Signal versorgen.

Empfang im ganzen Haus und darüber hinaus

Der UHF-TV-Transmitter kann eine erstaunlich hohe Reichweite erreichen. Innerhalb eines dreistöckigen Wohnhauses ließ sich das Signal während eines kurzen Tests problemlos empfangen, selbst durch mehrere Wände hindurch. Auch im Außenbereich reichte das Signal noch einige Meter über das Gebäude hinaus.

Das klingt im ersten Moment beeindruckend, wirft aber auch Fragen auf: Wenn der eigene Fernseher im Garten noch ein sauberes Bild liefert, ist die Chance nicht gering, dass theoretisch auch die unmittelbare Nachbarschaft das Signal empfangen könnte? Besonders wenn dort ein Suchlauf gestartet wird.

Geringe Stromaufnahme trotz Herstellerangaben

Der Hersteller gibt für den DC-Eingang 12 V bei 1,5 A an. In der Praxis zeigte das Gerät jedoch eine deutlich geringere Stromaufnahme. Für den Betrieb genügt damit auch ein kleineres Netzteil, das allerdings separat beschafft werden muss, da keine Stromversorgung im Lieferumfang enthalten ist. Diese Effizienz macht den Transmitter zwar angenehm sparsam, ändert aber nichts an den rechtlichen Einschränkungen, auf die ich gleich noch ausführlicher eingehen möchte.

UHF-TV-Transmitter Frequenzwahl über DIP-Schalter

Die Kanalwahl erfolgt über einen kleinen DIP-Schalterblock auf der Gerätefront. Die 16 möglichen UHF-Kanäle lassen sich hier manuell einstellen. Wichtig ist, dass die Umschaltung ausschließlich im ausgeschalteten Zustand erfolgen sollte und nicht im laufenden Betrieb. Nach dem Umstellen genügt ein Neustart, und der Transmitter sendet auf der gewählten Frequenz. Hier ist eine Tabelle mit den Einstellungen der DIP-Schalter und den Frequenzen (Angaben des Herstellers, ich gebe keine Gewähr für die Richtigkeit).

Probleme bei der Sendersuche: Nicht jeder Fernseher spielt sofort mit

In den Tests fiel auf, dass nicht alle Fernseher das Signal gleichermaßen gut erkennen. Einige Geräte finden den UHF-TV-Transmitter problemlos automatisch finden, stoppen andere den Suchlauf nicht und überspringen den Kanal vollständig. In solchen Fällen hilft meist eine manuelle Kanaleinstellung. Das ist kein Fehler des Transmitters, sondern liegt oft an den Tuner-Empfindlichkeiten moderner TV-Geräte, die anscheinend nicht mehr in gleicher Form wie in früheren Zeiten auf analoge UHF-Sender ausgelegt sind.

Rechtliche Risiken: Warum der Dauerbetrieb problematisch ist

So spannend ein UHF-TV-Transmitter auch sein mag, rechtlich ist sein Einsatz heikel. Das Gerät sendet aktiv auf UHF-Frequenzen, also in Bereichen, die in Deutschland reguliert und teils für andere Dienste vergeben sind. Die ausgesendete Leistung ist zwar nur relativ gering, technisch aber schon ausreichend, um mehrere Räume oder sogar Nachbargebäude zu erreichen. Genau hier liegt das Problem.

Die Nutzung von Sendern ist in Deutschland nur unter sehr engen Voraussetzungen erlaubt. Für private, ungeregelte UHF-Sendeanlagen existiert keine dauerhafte legale Betriebserlaubnis. Wer ein solches Gerät dauerhaft betreibt, riskiert Störungen im Funk- oder Rundfunkbereich. In solchen Fällen kann die Bundesnetzagentur aktiv werden. Und diese ist befugt, Störungen zu verfolgen, Geräte zu beschlagnahmen und Bußgelder zu verhängen. Bereits ein unbeabsichtigter Eingriff in lizenzierte Frequenzen kann für Ärger sorgen, unabhängig davon, ob die Störung bewusst oder versehentlich verursacht wurde.

Daher sollten solche UHF-Transmitter ausschließlich zu Testzwecken, in abgeschirmter Umgebung oder für rein experimentelle Elektronikprojekte genutzt werden. Für den dauerhaften Einsatz als „Mini-TV-Sender“ im Haushalt, auch wenn es technisch möglich ist, sind sie nicht geeignet und rechtlich riskant.

UHF-TV-Transmitter Betrieb auf eigene Gefahr

Wer sich trotz der genannten Einschränkungen einen solchen UHF-TV-Transmitter zulegen und ausprobieren möchte, sollte sich bewusst sein, dass der Einsatz vollständig auf eigene Gefahr erfolgt. Diese Geräte sind nicht für den offiziellen Funkbetrieb vorgesehen, und es gibt keinerlei Garantie, dass sie die in Deutschland geltenden technischen Grenzwerte oder Frequenzzuteilungen einhalten.

Jede Nutzung liegt damit in der Verantwortung des Anwenders, sowohl hinsichtlich möglicher Störungen als auch bezüglich rechtlicher Konsequenzen. Es sollte stets bedacht werden, dass der Betrieb solcher Geräte in Deutschland sowie in vielen anderen Ländern in und außerhalb von Europa nicht regulär genehmigt ist und daher mit Risiken verbunden bleibt.