Philips X12T740-22 Schwarz-Weiß-Fernseher – Reparatur und Wiederinbetriebnahme

Ein altes Fernsehgerät steht seit Jahrzehnten unbenutzt im Regal oder auf dem Dachboden. Äußerlich wirkt es oft noch gut erhalten, doch ob es sich nach so langer Zeit überhaupt noch gefahrlos einschalten lässt, ist ungewiss. Gerade bei Röhrenfernsehern aus den frühen 1970er Jahren stellt sich schnell die Frage, ob eine Wiederinbetriebnahme ohne vorherige Prüfung überhaupt sinnvoll oder sogar riskant ist.

In diesem Beitrag geht es um genau so ein Gerät. Es handelt sich um eine(n) Philips Philetta X12T 740-22, ein Schwarz-Weiß-Fernseher aus den frühen 1970er Jahren, vermutlich Baujahr 1971. Geräte dieser Baureihe stehen exemplarisch für die Übergangszeit zwischen klassischer Röhrentechnik und moderneren, transistorisierten Schaltungen (oft auch als Solid State bezeichnet). Entsprechend robust, aber auch entsprechend wartungsbedürftig sind sie heute.

Der hier gezeigte Philips Philetta X12T 740-22 war über viele Jahre außer Betrieb. Dafür war er sehr gut eingelagert, zumindest lässt sein allgemeiner Zustand darauf schließen. Ziel dieses Beitrags ist es, Ihnen die schrittweise Fehlersuche, die technische Bestandsaufnahme sowie die Instandsetzung und sichere Wiederinbetriebnahme nachvollziehbar zu dokumentieren. Dabei geht es mir um eine praxisnahe Reparatur unter realen Bedingungen Messungen, typischen Alterserscheinungen und den konkreten Reparaturschritten.

Der Beitrag ist als Erfahrungsbericht aufgebaut und wird durch viele Bilder ergänzt, welche die EIndrücke während der Fehlersuche und Reparatur zeigen. Siehen Sie selbst,

  • welche Baugruppen geprüft wurden,
  • welche typischen Probleme bei solchen Geräten auftreten können
  • und welche Maßnahmen zur Reparatur und Inbetriebnahme notwendig waren.

Philips Philetta X12T 740-22 – Zustand beim Auspacken

Das erste Bild zeigt den Philips Philetta X12T 740-22 so, wie er direkt nach dem Auspacken vor mir stand. Das Gerät war offenbar über viele Jahre sorgfältig in einem Karton mit Styroporeinlage gelagert. Neben dem Fernseher befanden sich auch noch die originale Bedienungsanleitung, das passende Netzkabel sowie ein Antennenadapter im Karton. Allein dieser Umstand ist bei einem über 50 Jahre alten Schwarz-Weiß-Fernsehgerät alles andere als selbstverständlich.

Der äußere Zustand des Philips Philetta X12T 740-22 ist für sein Alter bemerkenswert gut. Gehäuse und Bedienelemente zeigen nur minimale Gebrauchsspuren. Es sind keine Risse im Kunststoff erkennbar, keine ausgeblichenen Flächen und auch keine offensichtlichen Schäden durch unsachgemäße Lagerung. Das Gerät macht einen sehr gepflegten Eindruck, was bereits beim ersten Blick darauf hoffen lässt, dass auch sonst sorgsam mit dem Fernseher umgegangen wurde.

Rechts neben dem Bildschirm befinden sich die Bedienelemente, wie sie für Fernsehgeräte dieser Zeit typisch waren. Ganz oben sitzt der kombinierte Ein-/Aus- und Lautstärkeregler, der durch Ziehen zunächst das Gerät einschaltet und anschließend die Lautstärke regelt. Darunter folgen getrennte Regler für Kontrast und Helligkeit, die es ermöglichen, das Schwarz-Weiß-Bild an unterschiedliche Empfangsbedingungen und Raumbeleuchtungen anzupassen. Solche manuellen Bildeinstellungen waren Anfang der 1970er Jahre völlig normal.

Philips X12T 740-22 Kanalskala

Unterhalb dieser Regler befindet sich die Kanalskala, ergänzt durch die Sendereinstellung für VHF und UHF. Zu dieser Zeit wurden Fernsehprogramme noch analog übertragen, getrennt nach Frequenzbereichen. Der VHF-Bereich (Very High Frequency) umfasste in Deutschland die klassischen Fernsehkanäle der frühen Programme, während der UHF-Bereich (Ultra High Frequency) später für zusätzliche Programme genutzt wurde. Die Sendersuche erfolgte nicht automatisch, sondern manuell über einen Knopf am Abstimmregler, mit dem der gewünschte Sender exakt eingestellt werden musste. Hier war oft feinfühliges Drehen notwendig, um ein möglichst störungsfreies Bild zu erhalten.

Das Bild zeigt die verschiedenen Kanalbereiche, welche je nach Voreinstellung zu sehen sind.

  • Links zu sehen ist die Skala mit eingestelltem UHF-Bereich mit den Kanälen 21-68. Nach meinen Erinnerungen waren dort vor der Zeit des Privatfernsehens das Zweite Deutsche fernsehen und das dritte hessische Programm zu empfangen (jedenfalls an meinem Wohnort).
  • Das mittlere Bild zeigt den VHF-Bereich III mit den Kanälen 5-12.
  • Rechts sehen Sie den VHF-Bereich I mit den Kanälen 2-4 (hier gab es seinerzeit die ARD-Programme, also das Erste).
  • EIne weitere Einstellung (hier nicht zu sehen trägt die Bezeichnung C. Laut Bedienungsanleitung zum X12T740 dient dieser Bereich zum Empfang italienischer Fernsehprogramme (Italien-Knopf).

Diese Art der Kanaleinstellung verdeutlicht sehr gut, wie Fernsehen Anfang der 1970er Jahre funktionierte: wenige Programme, klare Frequenzbereiche und eine direkte, mechanisch-elektrische Bedienung ohne Menüs oder digitale Anzeigen. Bereits an diesem ersten Bild wird deutlich, dass der Philips Philetta X12T 740-22 ein typischer Vertreter seiner Zeit ist. Aber das hat auch seine Vorteile. Er ist technisch überschaubar, robust aufgebaut und vollständig auf manuelle Bedienung ausgelegt.

Philips X12T 740-22 Rückseite

Die Rückseite des Fernsehers zeigt die Damals üblichen Anschlüsse. Links unten zu sehen sind die alten Antennenanschlüsse. Ältere Fernsehgeräte wie der Philips Philetta X12T 740-22 besitzen häufig noch einen 200-Ohm-Antennenanschluss. Dieser ist symmetrisch ausgeführt und war für die damals üblichen Zweidraht-Antennenkabel sowie klassische Dach- oder Zimmerantennen vorgesehen. In den 1970er Jahren setzte sich zunehmend der 75-Ohm-Standard mit Koaxialkabeln durch, der besser abgeschirmt ist und sich für längere Leitungen sowie Gemeinschaftsantennen eignet. Wird ein solches modernes 75-Ohm-Signal an einem 200-Ohm-Eingang betrieben, ist eine Impedanzanpassung über einen Symmetrierübertrager (unten zu sehen) notwendig, da es sonst zu schlechtem Empfang, Rauschen oder instabiler Senderabstimmung kommen kann.

X12T 740-22 ANtennenanschluss

An Fernsehgeräten aus den 1960er und 1970er Jahren finden sich für den Antennenanschluss meist getrennte Eingänge für VHF und UHF. Diese sind in der Regel als symmetrische 240/300-Ohm-Anschlüsse nach DIN 45316 ausgeführt und bestehen aus zwei Schraub- oder Steckklemmen pro Frequenzbereich. Der Grund dafür liegt in der damaligen Empfangstechnik: VHF- und UHF-Antennen waren häufig getrennt ausgeführt, sodass beide Antennen direkt und ohne zusätzliche Weichen am Fernsehgerät angeschlossen werden konnten.

Der VHF-Anschluss war für die niedrigeren Fernsehfrequenzen vorgesehen, über die lange Zeit die klassischen Programme ausgestrahlt wurden. Der UHF-Anschluss kam etwas später dazu, als zusätzliche Programme auf höheren Frequenzen eingeführt wurden. Die Auswahl des gewünschten Frequenzbereichs erfolgte am Gerät selbst, meist über einen Bereichsschalter oder automatisch über die Stellung des Kanalschalters. Diese getrennten Anschlüsse spiegeln den technischen Stand der damaligen Zeit wider, in der analoge Sender manuell abgestimmt und Antennenanlagen individuell angepasst wurden.

Solche Adapter wie dieser hier wurden in der Übergangszeit eingesetzt. Das war in den 70er Jahren, als es noch viele Fernsehgeräte mit alten Antennenanschlüssen gab. Damit konnten die Geräte an „modernen“ Antennenanlagen mit 75 Ohm Koaxialkabel angeschlossen werden. Ich kenne diese Adapter noch von früher und habe so etwas schon lange nicht mehr gesehen. Dieses Expemplar war beid er Philips Philetta dabei, zusammen mit der originalen Bedienungsanleitung mit Garantiekarte.

Philips Philetta X12T 740 Innenleben

Dieses Bild zeigt das Philips Philetta X12T 740 Innenleben. Der Ausbau des Fernsehgerätes ist sehr übersichtlich. Oben zu sehen sind die Stromanschlüsse. Das Gerät kann mit 220 Volt Wechselspannung oder 12 Volt Gleichspannung (zum Beispiel aus der Autobatterie) betrieben werden. Das war seinerzeit sehr modern, denn viele Fernsehgeräte waren um 1971 herum noch mit Röhrenbestückt und somit auf Netzstrom angewiesen.

Netzteil im Philips-Fernseher Philetta X12T 740

Links ist das Typenschild zu sehen, danaben befindet sich der große Netztrafo. Erfolgt der Betrieb über eine Gleichspannung von 12 Volt, bleibt er außer Funktion. Ich habe das genutzt, um den Fernseher das erste Mal in Betrieb zu nehmen. Dazu habe ich ein regelbares Netzgerät angeschlossen und dann die Spannung langsam hochgefahren. Doch dazu gleich mehr.

Philips Philetta X12T 740 innen mit Schaltbild

Wie damals bei Philips-geräten üblich, befindet sich das originale Schaltbild im Gerät, was sehr praktisch ist. Es ssollte mir noch bei der Fehlersuche helfen. Neben dem Schaltbild zu sehen ist der Tuner für das Gerät für zwei VHF- und einen UHF-Bereich.

Philips Philetta X12T 740 Gleichrichterdioden im Netzteil

Hier ist eine der beiden Gleichrichterdioden zu sehen. Der Netztrafo hat zwei Sekundärwicklungen, die parallelgeschaltet sind und einen Mittelabgriff haben, der mit der masse verbunden ist. Die Ausgänge beider Dioden führen dann zum Ausgang des Netzteils mit Elektrolytkondensator zur Glättung der Ausgangsspannung. Dorthin führt auch der 12-Volt-Eingang des Fernsehgerätes, wodurch das Netzteil umgangen wird.

Der Mittelpunktgleichrichter

Der Mittelpunktgleichrichter (M2) ist eine Vollweggleichrichterschaltung, bei der beide Halbwellen einer Wechselspannung genutzt werden. Dafür ist ein Transformator mit Mittelpunktanzapfung erforderlich, die gleichzeitig einen Pol der Ausgangsspannung bildet, hier den Minuspol. Zwei Dioden leiten abwechselnd: Wenn die eine Diode sperrt, richtet die andere die jeweilige Halbwelle gleich. Vorteilhaft ist der geringe Bauteilaufwand und der Spannungsabfall von nur einer Diodenflussspannung. Nachteile ergeben sich durch den speziell benötigten Transformator, da stets nur eine Wicklungshälfte Strom führt, was den Innenwiderstand und die Verluste erhöht. Die Dioden müssen zudem eine Sperrspannung von mindestens dem Doppelten der Ausgangsspannung aushalten. Die Ausgangsspannung weist eine Welligkeit mit doppelter Netzfrequenz auf, was den Filteraufwand reduziert. Der Philips Philetta X12T740 besitzt ein recht einfach aufgebautes Netzteil, hat aber einen Elko mit immerhin 6800 Mikrofarad.

Hauptplatine in einem Schwarz-Weiß-Fernseher von 1971

Die Hauptplatine des gerätes lässt sich nach dem Lösen zweier Schrauben und Abziehen der Bildröhrenplatine (nicht zu vergessen) aufklappen. Das Kabel an der Bildröhrenplatine ist lang genug, sodass das gerät auch mit aufgeklappter Platine in Betrieb genommen werden kann. Das ist sehr gut während der Fehlersuche.

Hauptplatine in der Philips Philetta X12T 740

Hier ein Blick auf die Hauptplatine des Schwarz-Weiß-Fernsehgerätes. Fast alle Komponenten sind darauf enthalten. Lediglich der Tuner und das netzteil sind separat aufgebaut, ebenso ein kleiner teil der Schaltung auf der Bildröhrenplatine. Unten und links ind er Abbildung zu sehen sind die großen Kühlkörper für die Leistungstransistoren, unter anderem für die Horizontal- und Vertikalendstufe sowie die Audioendstufe.

Zeilentrafo X12T 740

Dies ist der Zeilentrafo mit der Bezeichnung 3119 108 30821. Zeilentrafos zählen bei alten Röhrenfernsehern zu den besonders kritischen Bauteilen. Sie arbeiten unter hoher elektrischer und thermischer Belastung und sind deshalb häufige Ausfallkandidaten. Ausfälle bei Zeilentrafos entstehen etwa durch Isolationsschäden, Windungsschlüsse oder eine altersbedingte Rissbildung im Vergussmaterial.

Das eigentliche Problem zeigt sich jedoch bei der Beschaffung von solchen Ersatzteilen: Original-Zeilentrafos sind seit Jahrzehnten nicht mehr in Produktion, kompatible Ersatztypen sind selten, schlecht dokumentiert oder nur noch aus Schlachtgeräten zu gewinnen. Selbst optisch identische Trafos können sich bei den elektrischen Werten deutlich voneinander unterscheiden, was einen Austausch riskant macht. Umso erleichterter war ich bei diesem Gerät, dass der Zeilentrafo noch intakt ist, denn ein Defekt an dieser Stelle hätte die Reparatur erhebichtlich erschwert oder sogar unwirtschaftlich gemacht.

Stromanschluss an Schwarz-Weiß-Fernseher aus den 70er Jahren

Das originale Netzkabel hat einen etwas ungewöhnlichen Anschlussstecker mit Anschlusspins in einem Abstand von 10 Millimetern. Das Kabel ist immerhin 3,5 Meter lang. Über einen Schiebeschalter wird die 12-Volt-Anschlussbuchse freigelegt und gleichzeitig das Gerät auf den 12-Volt-Betrieb umgeschaltet. Daneben befindet sich eine Anschlussbuchse (3,5 Millimeter Klinke) für einen externen Lautsprecher oder einen Kopfhörer.

Erste Inbetriebnahme Schwarz-Weiß-Röhrenfernseher

Die erste Inbetriebnahme des Philips Philetta X12T740 erfolgte vorsichtig über ein externes, regelbares Netzteil. So ließ sich die Versorgungsspannung langsam erhöhen, wobei ich die Stromaufnahme permanent im Blick behielt. Dieses Vorgehen ist besonders bei lange stillgelegten (Röhren-) Geräten sinnvoll, da sich auf diese Weise mögliche Kurzschlüsse frühzeitig erkennen lassen und die Elektrolytkondensatoren behutsam formiert werden können. Wenn das nicht mit einem externen Netzteil möglich ist, bietet sich ein Regeltrafo an.

Beim Hochfahren der Spannung zeigte sich erstmal nichts Auffälliges:

Die Stromaufnahme blieb unkritisch (etwa 1 – 1,5 Ampere). Es traten auch weder verdächtige Gerüche noch Rauch oder andere Anzeichen thermischer Probleme auf. Auch akustisch blieb das Gerät ruhig. Es gab kein Brummen, kein Knistern, nicht einmal das typische Rauschen, das diese Fernseher bei fehlendem Empfang normalerweise von sich geben. Alles deutete darauf hin, dass die Grundversorgung stabil war. Aber dass ich gar nichts vernahm, war schon komisch.

Der erlösende Moment kam schließlich bei einer Spannung von etwa 8 Volt. Als ich einen Blick auf den Bildschirm warf, zeigte sich dort das erste zarte Lebenszeichen, genau so, wie es auch auf der Abbildung festgehalten ist. Dieser unscheinbare Lichtansatz markierte den Übergang von einem toten Stück Technik zu einem Gerät, das offensichtlich noch funktionieren wollte. Ein erstes Lebenszeichen auf dem Weg zur Wiederinbetriebnahme dieses über 50 Jahre alten Schwarz-Weiß-Fernsehers.

Tonendstufe im Philips Philetta

Aber trotz dieser ermutigenden ersten Wiederinbetriebnahme blieb das Fernsehgerät stumm. Das änderte sich auch nicht, als ich schließlich die vollen 12 Volt Betriebsspannung am Netzteil eingestellt hatte und später, als ich das eingebaute Netzteil in Betrieb nahm. Ab und zu kam ein leiser und stark verzerrter Ton aus dem Lautsprecher. Damit war zumindest sicher, dass dieser noch funktionierte. Aber die Endstufe arbeitete nicht.

Reparatur der Audioendstufe des Philips Philetta X12T740

Die Reparatur der Tonendstufe lief wie folgt: Am Eingang des NF-Verstärkers lag ein sauberes Audiosignal an, dennoch war aus dem Lautsprecher nur ein leiser, stark verzerrter Ton zu hören. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Endstufe zwar irgendwie „mitläuft“, aber keinen sauberen Arbeitspunkt mehr hat.

Die Versorgungsspannung war vorhanden, doch an den Basen der beiden Germanium-Endtransistoren ließ sich keine korrekte Vorspannung messen. Damit war klar, dass nicht das Eingangssignal fehlte, sondern die Ruhestromeinstellung der Endstufe zusammengebrochen war. Schritt für Schritt wurden Widerstände, der temperaturabhängige Widerstand und schließlich auch die Treiberstufe überprüft. Alles schien auf den ersten Blick in Ordnung. Auch die drei Transistoren (BC408C für die Treiberstufe, AC187 und AC188 für die Endstufe) schienen intakt zu sein. Und dennoch funktionierte die Endtsufe nicht. Messungen ergaben, dass die Basisspannungen an den Endstufentransistoren nicht stimmten.

Audioendstufe Philips X12T740

Später zeigte sich: Einer der Endtransistoren zeigte unter Betrieb einen internen Durchgang, der den gesamten Arbeitspunkt nach unten zog. Im Transistortester wirkte er noch völlig unauffällig, im realen Betrieb jedoch legte er die gesamte Endstufe lahm. Nach dem Austausch dieses defekten Transistors stellte sich sofort wieder die korrekte Basisspannung ein, der Ruhestrom war stabil, und der Ton war schlagartig sauber und kräftig. Es war also ein gealterter Germaniumtransistor die eigentliche Ursache für den stummen Fernseher.

Philips X12T 740-22 Schwarz-Weiß-Fernseher

Hier ist das gerät während einer längeren Funktionsprobe zu sehen. Der dicke Streifen im Bild entstand bei der Kameraufnahme. Als der Fernseher schließlich wieder Ton von sich gab, stellte sich sofort dieses besondere Gefühl ein, das nur die Reparatur alter Technik vermitteln kann. Nach all der Fehlersuche, den Messungen und Überlegungen war es einfach schön zu erleben, wie ein Gerät, das vermutlich seit Jahrzehnten nur noch still eingelagert worden war, wieder zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Einen solchen Fernseher erneut in Betrieb zu nehmen bedeutet, ein Stück Technikgeschichte zu bewahren. Gerade bei Geräten aus dieser Zeit spürt man, wie viel Ingenieurskunst und handwerkliches Können darin steckt. Und genau das macht es immer wieder lohnend, sich mit Geduld an deren Instandsetzung zu machen.

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