Wer regelmäßig mit akkubetriebenen Geräten arbeitet, kennt das folgende Problem:
Der Akku lädt scheinbar normal, liefert aber trotzdem keine Leistung mehr. Die Spannung bricht unter Last sofort ein.
Ich habe in den letzten Jahren viele solcher Fälle auf dem Tisch gehabt. Und sowohl bei älteren NiCd- und NiMH-Akkus als auch bei neueren Akkusätzen aus Akkuschraubern und Haushaltsgeräten. Häufig lässt sich mit einer einfachen, aber aussagekräftigen Methode sehr schnell erkennen, ob ein Akku noch zu retten ist oder ob er endgültig ausgedient hat.
In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie einen Akku zuverlässig prüfen können. Und das funktioniert auch ohne Spezialgeräte und ohne komplizierte Messverfahren. Die Methode eignet sich besonders für NiCd- und NiMH-Zellen, wie sie in vielen Werkzeugen und Kleingeräten noch eingesetzt werden. Gleichzeitig erfahren Sie, worauf Sie bei defekten Akkus achten müssen, welche Risiken bestehen und warum diese Vorgehensweise bei Lithium-Ionen-Akkus nicht geeignet ist. Doch dazu später mehr.
Warnhinweis / Disclaimer:
Das Prüfen und Erkennen von defekten Akkus kann mit erheblichen Gefahren verbunden sein. Beschädigte oder tiefentladene Akkus können überhitzen, auslaufen oder sogar Feuer fangen. Alle beschriebenen Methoden dienen ausschließlich zu Informationszwecken und erfolgen auf eigenes Risiko. Führen Sie Messungen oder Tests nur mit geeignetem Werkzeug und ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen durch. Bei aufgeblähten, ausgelaufenen oder stark beschädigten Akkus ist von jeder weiteren Nutzung unbedingt abzuraten. Diese Akkus gehören umgehend und fachgerecht entsorgt. Der Autor übernimmt keine Haftung für Schäden oder Verletzungen, die durch unsachgemäße Handhabung entstehen.
Die einfache Netzteil-Methode im Überblick
Wer herausfinden möchte, ob ein Akku noch brauchbar ist oder bereits ausgedient hat, muss nicht gleich zu teurer Messtechnik greifen. Eine der simpelsten und gleichzeitig effektivsten Möglichkeiten ist die Prüfung mit einem regelbaren Netzteil. Diese Methode eignet sich besonders gut für herkömmliche NiCd- oder NiMH-Akkus, wie sie etwa in älteren Akkuschraubern, Taschenlampen oder Fernbedienungen verwendet werden.
Die Idee dahinter ist einfach: Man legt eine Spannung an, die etwas über der typischen Ladeschlussspannung des Akkus liegt. Bei einem Standardakku mit 1,2 Volt beträgt diese Ladeschlussspannung in der Regel etwa 1,4 Volt. Je nach Alter und Zustand des Akkus kann sie leicht variieren.
Um eine aussagekräftige Messung durchzuführen, stellt man das Netzteil beispielsweise auf 5 Volt ein. Wichtig dabei: Der Strom sollte auf etwa ein Zehntel der Nennkapazität des Akkus begrenzt werden. Für einen 2500-mAh-Akku entspricht das einem Strom von rund 250 Milliampere.

Wichtig ist zu beachten, dass es sich hierbei nicht um einen Ladevorgang im klassischen Sinn handelt. Vielmehr geht es um eine kurze Momentaufnahme, die Rückschlüsse auf den Zustand des Akkus erlaubt. Daher sollte die Messung auch nur kurzzeitig erfolgen.
Bitte beachten Sie:
Lithium-Ionen-Akkus sind deutlich empfindlicher gegenüber Überspannung. Sie können bei einer Überschreitung der Ladeschlussspannung beschädigt werden oder im schlimmsten Fall gefährlich reagieren. Für diese Akkutypen ist die Netzteil-Methode daher ungeeignet. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.
Sonderfall: Lithium-Ionen-Akkus und was Sie wissen sollten
Lithium-Ionen-Akkus reagieren empfindlicher als klassische NiCd- oder NiMH-Zellen. Deshalb solltzen Sie diese nicht mit der hier beschriebenen Netzteil-Methode prüfen. Stattdessen sollten Sie bei Li-Ion-Akkus vor allem auf äußerliche und typische Verhaltensmerkmale achten.
Klassische Anzeichen für einen defekten oder kritischen Lithium-Ionen-Akku sind:
- Der Akku wird beim Laden oder im Betrieb ungewöhnlich heiß.
- Das Gehäuse ist aufgebläht, verformt oder weist Risse auf.
- Es tritt Flüssigkeit aus oder der Akku riecht chemisch oder süßlich.
- Der Akku lädt gar nicht mehr oder entlädt sich extrem schnell.
Treten solche Symptome auf, sollte der Lithium-Ionen-Akku nicht weiterverwendet werden. Laden Sie ihn nicht mehr nach, durchbohren oder öffnen Sie ihn nicht und lagern Sie ihn bis zur Entsorgung an einem nicht brennbaren Ort, zum Beispiel in einer Metallkiste oder auf einer feuerfesten Unterlage. Kleben Sie zur Sicherheit die Anschlusskontakte ab.
Für die eigentliche Diagnose und Kapazitätsmessung von Lithium-Ionen-Akkus eignen sich spezielle Lade- und Testgeräte oder die Elektronik im Gerät selbst (z. B. Batteriemanagement im E-Bike oder Laptop). Im Zweifel ist der sicherste Weg immer: Akku ausbauen, sachgerecht entsorgen und bei sicherheitskritischen Anwendungen lieber auf einen neuen, geprüften Lithium-Ionen-Akku setzen. Doch nun zurück zu unserer Testmethode.
So funktioniert die Prüfung in der Praxis
Ist das Netzteil korrekt eingestellt, mit einer Spannung oberhalb der Ladeschlussspannung (zum Beispiel 5 Volt) und einem Strom, der etwa 10 Prozent der Akkukapazität entspricht, kann es losgehen. Jetzt geht es darum, die Reaktion des Akkus auf diese relativ hohe Spannung zu beobachten. Besonders aufschlussreich ist dabei, wie sich die Spannung am Akku verhält, sobald das Netzteil angeschlossen wird.
Fall 1: Akku in Ordnung
Ein funktionierender Akku zeigt in diesem Moment ein stabiles Spannungsniveau, meist zwischen 1,3 und 1,4 Volt. Das liegt daran, dass er intern noch ausreichend Kapazität und einen geringen Innenwiderstand aufweist. Selbst wenn er nicht ganz voll geladen ist, bewegt sich die Spannung in diesem typischen Bereich. Das ist ein erstes gutes Zeichen dafür, dass mit der Zelle alles in Ordnung ist.

Fall 2: Akku ist schon älter, aber noch in Ordnung
Ein weiteres Beispiel: Wird ein Akku angeschlossen und die Spannung pendelt sich bei etwa 1,35 oder 1,37 Volt ein, ist das ein völlig normales Verhalten. Auch ein leichter Anstieg auf etwa 1,43 Volt ist noch unbedenklich, gerade bei etwas älteren Akkus. Es zeigt lediglich, dass sie gut geladen oder in einem etwas gealterten Zustand sind.
Fall 3: möglicher Defekt liegt vor
Doch was passiert, wenn die Spannung beim Anschließen deutlich über 1,5 Volt steigt (siehe Abbildung)? Hier sollte man stutzig werden. Steigt sie beispielsweise auf 1,7 Volt oder sogar noch weiter, ist das ein Hinweis auf einen möglichen Defekt. Der Akku könnte hochohmig sein, also einen zu hohen Innenwiderstand haben, was ihn daran hindert, Energie effizient aufzunehmen oder abzugeben.
Fall 4: die Spannung steigt weiter an
Ein besonders klares Zeichen für einen solchen Defekt zeigt sich, wenn die Spannung nach einigen Sekunden kontinuierlich weiter ansteigt. In einem dokumentierten Fall stieg die Spannung eines Akkus innerhalb von 20 Sekunden auf über 2 Volt – Tendenz weiter steigend. Ein solches Verhalten ist ein klares Indiz dafür, dass der Akku seine Kapazität nicht mehr halten kann.
Fall 5: der Akku ist eindeutig defekt
Noch extremer: Manche Akkus gehen auf Spannungen von über 2,5 oder sogar 2,6 Volt. Auch hier handelt es sich eindeutig um defekte Zellen. Sie simulieren beim Laden einen fast vollen Zustand, obwohl sie real keine nennenswerte Energie mehr aufnehmen können. Diese sogenannte Scheinkapazität führt dazu, dass der Akku zwar vom Ladegerät als „voll“ erkannt wird, die Ausgangsspannung des Akkus aber bereits bei der ersten Belastung sofort zusammenbricht. In der Praxis zeigt sich das durch sehr kurze Laufzeiten oder gar kein Funktionieren mehr des Geräts, wie bei unserem eingangs erwähnten Akkuschrauber.
Akkuschrauber-Akku prüfen: typische Symptome eines defekten Akkus
Besonders häufig treten Probleme bei Akkus von Akkuschraubern auf. Hier fällt ein schwacher oder defekter Akku sofort auf: Der Schrauber hat kaum noch Kraft, dreht nur kurz an oder bleibt unter Last komplett stehen. Doch woran erkennt man, ob der Akkuschrauber-Akku wirklich defekt ist?
Typische Anzeichen für einen defekten Akkuschrauber-Akku sind:
- Der Akku ist kurz nach dem Laden scheinbar „voll“, bricht aber nach wenigen Sekunden Arbeit ein.
- Die Ladezeit wirkt ungewöhnlich kurz oder das Ladegerät meldet sehr schnell „voll“.
- Der Akkuschrauber läuft zwar im Leerlauf noch, bleibt aber bei Belastung stehen.
Mit der oben beschriebenen Netzteil-Methode lassen sich solche Akkus gezielt prüfen: Zeigt der Akkupack bereits bei relativ geringem Strom einen starken Spannungsanstieg oder steigt die Spannung schnell über die üblichen Werte hinaus, liegt oft ein hoher Innenwiderstand vor. Bricht die Spannung dagegen schon bei kleinen Strömen zusammen, deutet das auf stark geschädigte oder kurzgeschlossene Zellen im Akkuschrauber-Akku hin.
In der Praxis hilft diese gezielte Diagnose, unnötige Neukäufe zu vermeiden: Häufig ist nur ein einzelner Akkupack defekt, während Gerät und Ladegerät noch völlig in Ordnung sind.
Akku mit Multimeter testen: einfache Alternative zur Netzteil-Methode
Viele Leser fragen sich: Kann ich einen Akku auch einfach mit dem Multimeter testen? Gerade wenn kein regelbares Netzteil zur Hand ist, ist das eine naheliegende Alternative.
Wichtig ist dabei: Ein Multimeter misst in erster Linie die Spannung des Akkus im Leerlauf. Damit lässt sich bereits erkennen, ob eine Zelle völlig leer, tiefentladen oder stark auffällig ist. Ob ein Akku aber noch ausreichend Kapazität hat, also unter Last genug Strom liefern kann, lässt sich mit einer reinen Leerlaufmessung nur eingeschränkt beurteilen.
Trotzdem ist der Akku-Test mit dem Multimeter ein guter erster Schritt:
- Stellen Sie das Multimeter auf Gleichspannung (DC) ein, zum Beispiel auf den 20-Volt-Bereich.
- Messen Sie die Spannung direkt an den Akkupolen.
- Vergleichen Sie den Messwert mit der Nennspannung des Akkus (bei NiCd- und NiMH-Akkus meist 1,2 Volt pro Zelle).
Liegt die Spannung deutlich unter dem erwarteten Wert oder fällt kurz nach dem Laden sehr schnell wieder ab, ist das ein Hinweis darauf, dass der Akku geschwächt oder bereits defekt ist. Eine Kombination aus Netzteil-Methode und Multimeter-Test liefert die aussagekräftigsten Ergebnisse: Das Netzteil zeigt das Verhalten des Akkus unter definierter Belastung, das Multimeter erlaubt schnelle Kontrollmessungen zwischendurch.
Hochohmige Akkus und fehlende Überwachung
Ein häufiges Problem beim Umgang mit defekten Akkus: Sie scheinen auf den ersten Blick in Ordnung zu sein. Das Ladegerät zeigt an, dass der Akku voll sei, doch in Wahrheit steckt keine nutzbare Energie mehr darin. Dieses Phänomen tritt besonders bei sogenannten hochohmigen Akkus auf.
Ein hochohmiger Akku hat intern einen erhöhten Widerstand. Das bedeutet, er kann zwar eine Spannung aufbauen, aber kaum noch Strom liefern. Beim Laden fließt zunächst ein geringer Strom, die Spannung steigt schnell an, für das Ladegerät sieht das so aus, als wäre der Akku in kürzester Zeit vollständig geladen. Doch in Wirklichkeit wurde kaum Energie aufgenommen. Beim anschließenden Einsatz, etwa in einem Werkzeug oder einem elektronischen Gerät, bricht die Spannung sofort wieder ein. Das Ergebnis: Das Gerät funktioniert nicht oder nur für wenige Sekunden.
Richtig problematisch wird es, wenn solche defekten Akkus in Ladegeräte eingelegt werden, die mehrere Zellen gleichzeitig laden, jedoch keine Einzelschachtüberwachung besitzen. Solche Ladegeräte messen lediglich die Gesamtspannung aller eingelegten Akkus, nicht aber jede Zelle einzeln.
Wenn also ein einzelner hochohmiger Akku durch sein Verhalten die Gesamtladespannung schneller ansteigen lässt, interpretiert das Gerät dies als Signal, dass der gesamte Akku-Pack voll ist. Auch die gesunden Zellen im gleichen Ladeschacht werden nicht mehr weitergeladen.
In der Praxis führt das dazu, dass ganze Akkusätze keine Kapazität mehr haben. Die Geräte, die sie nutzen, funktionieren schlechter oder gar nicht mehr. Und der Verdacht fällt dann häufig nicht auf den einen defekten Akku, sondern auf das ganze Set. Das kann dazu führen, dass sogar funktionierende Zellen entsorgt werden.
Auch die Sicherheit ist ein Aspekt: Manche Ladegeräte sind nicht in der Lage, zwischen „leer“ und „defekt“ zu unterscheiden. Gerade bei älteren oder einfacheren Geräten fehlen Schutzmechanismen, um solche fehlerhaften Zustände korrekt zu erkennen. So kann es passieren, dass hochohmige Akkus als „voll“ deklariert werden und unkontrolliert in Geräten zum Einsatz kommen. In Einzelfällen kann das sogar gefährlich werden, etwa durch Überhitzung oder eine unterbrochene Energieversorgung bei sicherheitskritischen Anwendungen.
Zellenschluss im Akku: Wenn einzelne Zellen einen Kurzschluss haben
Nicht nur hochohmige Akkus, die beim Laden eine hohe Spannung vortäuschen, sind problematisch. Es gibt auch das gegenteilige Problem: den sogenannten Zellenschluss. Dabei handelt es sich um einen internen Kurzschluss innerhalb einer Akkuzelle. Die Zelle verliert ihre Spannung vollständig und wirkt im Stromkreis nur noch wie ein elektrischer Durchgang. Sie liefert keinen eigenen Beitrag zur Gesamtspannung mehr.
Besonders deutlich wird dieses Problem in Akku-Packs, also in Batterien, bei denen mehrere Zellen in Reihe geschaltet sind. Ein typisches Beispiel: Ein Akkupack mit einer Nennspannung von 18 Volt besteht aus 15 in Serie geschalteten Zellen zu je 1,2 Volt. Im Normalfall bedeutet das, dass jede einzelne Zelle voll geladen etwa 1,4 Volt liefert. In Summe gibt das also eine Ladeschlussspannung von rund 21 Volt für den gesamten Akkupack.

In einem gesunden Akkusatz steigt beim Laden die Spannung gleichmäßig an. Zuerst erreicht sie zügig etwa 18 Volt und nähert sich anschließend langsam dem Maximalwert von 21 Volt. Sobald kaum noch Strom fließt, gilt der Akku als vollständig geladen. Doch was passiert, wenn eine oder mehrere Zellen im Inneren einen Zellenschluss haben?
In solchen Fällen bleibt die Gesamtspannung des Akku-Packs trotz Ladeversuch auf einem zu niedrigen Niveau stehen und steigt nicht weiter an, zum Beispiel bei 15 oder 16 Volt. Das liegt daran, dass die defekten Zellen keinen Spannungsbeitrag mehr leisten. Der Rest des Akkus, also die noch funktionierenden Zellen, wird trotzdem weiter geladen. Und das oft bis zur Überladung. Überladene Akkus können dadurch überhitzen, sich aufblähen oder schlimmstenfalls ausgasen.
Zellenschluss mit dem Netzteil und Multimeter erkennen
Der Zellenschluss lässt sich auch mit einem regelbaren Netzteil erkennen. Wird ein solcher defekter Akku-Packs an das Netzteil angeschlossen, zeigt sich ein markanter Effekt: Die Spannung bricht auf nahezu null Volt zusammen, obwohl das Netzteil Strom liefert. Der Strom wird durch die kurzgeschlossene Zelle einfach „durchgereicht“, ohne dass Spannung aufgebaut wird. Und das ist ein eindeutiger Hinweis auf einen internen Kurzschluss.
Auch mit einem Multimeter lässt sich das überprüfen. Misst man direkt an den Polen der betroffenen Zelle, zeigt das Gerät 0 Volt. Es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass diese Zelle komplett ausgefallen ist. In der Praxis führt das oft dazu, dass Ladegeräte gar nicht mehr abschalten, weil die Ladeschlussspannung des gesamten Packs nie erreicht wird. Die verbleibenden, noch intakten Zellen werden dadurch überbeansprucht, was auf Dauer auch sie schädigt.
Was viele nicht wissen: Auch das einfache Ersetzen der defekten Zellen bringt oft nur kurzfristig Erfolg. Denn meist sind auch die anderen Zellen im Pack schon gealtert oder vorgeschädigt. Ein Dominoeffekt ist vorprogrammiert. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es daher in vielen Fällen sinnvoller, gleich den kompletten Akku-Pack zu erneuern.
Schwierige Kombinationen: Zellenschluss trifft auf Hochohmigkeit
In der Praxis kommen Akku-Defekte selten isoliert vor. Besonders kritisch wird es, wenn in einem Akku-Pack sowohl hochohmige Zellen als auch Zellen mit Zellenschluss gleichzeitig vorhanden sind. Diese Mischung erschwert nicht nur die Fehlersuche, sondern kann auch die Funktionsweise und Sicherheit von Ladegeräten massiv beeinträchtigen.
Ein typisches Szenario: Eine Zelle hat einen Zellenschluss und zeigt 0 Volt, während eine andere Zelle bereits hochohmig geworden ist. Das bedeutet, dass sie beim Laden sehr schnell eine hohe Spannung vortäuscht, obwohl sie kaum Energie aufnimmt. Für das Ladegerät ist diese Kombination fatal: Die defekte Zelle mit Zellenschluss verhindert, dass die Nennspannung des Akku-Packs erreicht wird. Und die hochohmige Zelle gaukelt einen Ladefortschritt vor, der in Wahrheit gar nicht stattfindet.
Das Ergebnis: Das Ladegerät erkennt weder, dass der Akku nie richtig voll wird, noch, dass bestimmte Zellen bereits überbeansprucht oder kurzgeschlossen sind. Es lädt einfach weiter, manchmal auch über mehrere Stunden hinweg. In Geräten ohne intelligente Abschaltung oder Temperaturüberwachung kann das gefährlich werden: Akkus erhitzen sich, Bauteile altern schneller, und die Gefahr eines Ausfalls steigt erheblich.
Hinzu kommt: Tauscht man nur die eindeutig defekten Zellen aus, etwa jene mit Zellenschluss, ist das Problem oft nicht nachhaltig gelöst. Die verbleibenden, nur teilweise geschädigten Zellen sind meist ebenfalls gealtert und fallen bald darauf aus. Wer also glaubt, durch den Austausch einzelner Akkus Geld zu sparen, steht möglicherweise schon nach kurzer Zeit wieder vor dem gleichen Problem.
Deshalb gilt: Bei offensichtlichen Mischdefekten ist es in der Regel wirtschaftlicher und sicherer, den gesamten Akku-Pack zu ersetzen. Auch wenn das zunächst aufwändiger erscheint. Auf lange Sicht spart man Zeit, Ärger und vermeidet mitunter sogar gefährliche Situationen.
Defekte Akkus erkennen und warum die Leerlaufspannung oft trügt
Viele greifen beim Verdacht auf einen defekten Akku zunächst zum Multimeter und messen die sogenannte Leerlaufspannung, also die Spannung des Akkus ohne angeschlossene Last. Was dabei oft übersehen wird: Diese Messung allein sagt nur sehr wenig über den tatsächlichen Zustand der Zelle aus.
Ein besonders anschauliches Beispiel:
Ein neuwertiger Akku mit 1,35 Volt und ein hochohmiger, nahezu unbrauchbarer Akku können exakt dieselbe Leerlaufspannung anzeigen. In der Theorie sehen beide Akkus vollkommen in Ordnung aus. Doch in der Praxis ist der Unterschied enorm: Der gute Akku liefert bei Belastung zuverlässig Strom, während der defekte sofort einbricht und das Gerät damit unbrauchbar wird.
Nur in Extremfällen, etwa wenn ein Akku komplett entladen oder bereits umgepolt ist, lässt sich allein anhand der Leerlaufspannung ein Defekt zuverlässig feststellen. Diese Fälle sind aber eher selten.
Eine viel aussagekräftigere Methode ist die Messung unter Last. Dazu wird der Akku über einen geeigneten Widerstand kurzzeitig belastet. Fällt die Spannung dabei nur geringfügig ab, ist das ein gutes Zeichen. Bricht sie jedoch deutlich ein, etwa auf unter 1 Volt, weist das auf einen erhöhten Innenwiderstand oder eine stark reduzierte Kapazität hin.
Für gängige 1,2-Volt-Akkus eignen sich Widerstände zwischen 4 und 12 Ohm. Das entspricht einer Strombelastung zwischen etwa 100 und 300 Milliampere. Und das ist ausreichend, um Unterschiede zwischen guten und schlechten Akkus sichtbar zu machen. Bei 9-Volt-Blöcken sind Widerstände um die 300 Ohm sinnvoll.
Ein einfaches Multimeter in Kombination mit einem passenden Widerstand macht aus einer groben Leerlaufmessung ein präziseres Diagnoseinstrument. Noch besser: Handelsübliche Batterie-Tester, die ab Werk meist mit sehr hohen Innenwiderständen arbeiten, lassen sich mit wenigen Handgriffen aufrüsten. Durch das Nachrüsten eines geeigneten Lastwiderstands liefern sie deutlich verlässlichere Ergebnisse.
Diese einfache Maßnahme macht den Unterschied: Statt nur auf einen Momentwert zu schauen, simuliert man eine reale Belastung, also genau das, was im späteren Betrieb auf den Akku zukommt. Und genau dann trennt sich die Spreu vom Weizen: Ein guter Akku hält die Spannung, ein defekter fällt durch.
Defekte Akkus erkennen – einfach, effektiv und ohne Spezialgerät
Ein Akku, der nicht mehr funktioniert, ist ärgerlich, besonders dann, wenn er genau im falschen Moment versagt. Doch bevor man ihn voreilig entsorgt oder ersetzt, lohnt sich ein kurzer Check. Wie gezeigt, lässt sich der Zustand eines Akkus mit einfachen Mitteln relativ zuverlässig beurteilen. Und das ganz ohne teures Testequipment.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
- Die Leerlaufspannung ist kein zuverlässiges Kriterium. Selbst defekte Akkus können scheinbar normale Werte anzeigen.
- Hochohmige Akkus laden sich scheinbar normal auf, brechen aber bei Belastung sofort ein. Sie sind nicht mehr brauchbar.
- Zellen mit Zellenschluss zeigen 0 Volt, verhalten sich wie ein Kurzschluss und belasten den restlichen Akku-Pack.
- In Akkupacks können defekte Zellen andere „mitziehen“. Entweder durch vorzeitiges Ladeende oder durch Überladung intakter Zellen.
- Mischformen aus Defekten (hochohmig und Zellenschluss) sind besonders tückisch und führen oft zu irreführenden Ladezuständen.
- Die Netzteil-Methode oder die Messung unter Last mit einem Widerstand liefern deutlich aussagekräftigere Ergebnisse als reine Spannungsmessung.
Wer regelmäßig mit Akkus arbeitet, profitiert davon, solche Tests schnell und unkompliziert selbst durchführen zu können. Das kann in Werkzeugen, Kameras oder Haushaltsgeräten sein, die mit Akkus laufen. Das spart nicht nur Geld, sondern verlängert auch die Lebensdauer intakter Akkus und schützt vor Frust im Alltag.
Akkus sind ein häufiges Problem beim Betrieb oder der Nutzung elektronischer Geräte, aber nicht das einzige. Mehr zum Thema Technik, insbesondere Elektronik, und Defekten sowie Ausfällen und zur Problemlösung finden Sie im E-Book „Elektronik-Reparaturen“, das Sie sofort herunterladen und lesen können. Das Printbuch Elektronik-Reparaturen finden Sie hier.
FAQ: Häufige Fragen zum Erkennen und Prüfen defekter Akkus
Ob ein tiefentladener Akku noch zu retten ist, hängt stark vom Akkutyp ab. NiCd- und NiMH-Akkus lassen sich manchmal durch mehrmaliges kurzes Laden mit geringem Strom wiederbeleben. Wichtig: Nur mit einem regelbaren Netzteil oder einem geeigneten Ladegerät versuchen, niemals einfach an ein Standardladegerät anschließen.
Lithium-Ionen-Akkus hingegen sollten nicht manuell reaktiviert werden, auch wenn es in Ausnahmefällen funktionieren kann. Aber die Tiefentladung kann zu gefährlichen chemischen Reaktionen führen. Das ist etwas für leute, die wissen, was sie tun.
Ein Akku sollte entsorgt werden, wenn er sich nicht mehr laden lässt, übermäßig heiß wird, aufgebläht ist oder beim Laden unangenehm riecht (gilt z. B. für Lithium-Ionen-Akkus). Auch wenn die Kapazität stark abgenommen hat und der Akku nur noch wenige Minuten hält, lohnt sich eine weitere Nutzung meist nicht mehr. Entsorgen Sie Akkus niemals im Hausmüll, sondern geben Sie sie bei einer Sammelstelle oder im Fachhandel ab. Dort werden sie umweltgerecht recycelt.
Wenn ein Akku nicht mehr geladen wird, liegt das Problem nicht immer am Akku selbst. Prüfen Sie zunächst:
– Ist das Ladegerät funktionsfähig?
– Sind die Kontakte sauber und frei von Korrosion?
– Zeigt das Ladegerät Fehlermeldungen oder ungewöhnlich kurze Ladezeiten?
Oft hilft es, den Akku mit einem Multimeter auf Restspannung zu prüfen. Liegt die Spannung bei NiMH- oder NiCd-Zellen unter 0,8 V pro Zelle, ist der Akku tiefentladen.
Akkus sollten kühl, trocken und leicht geladen gelagert werden. Ideal ist ein Ladezustand von etwa 40 bis 60 Propzent, um die chemische Alterung zu minimieren.
– NiMH/NiCd: Vor längerer Lagerung einmal voll laden und alle paar Monate kurz nachladen.
– Lithium-Ionen: Nicht voll aufgeladen lagern; am besten bei 3,7 – 3,9 V pro Zelle.
Vermeiden Sie direkte Sonne, Frost und dauerhaft hohe Temperaturen – das schadet jedem Akkutyp.
Ein zu niedriger Spannungswert deutet fast immer auf Kapazitätsverlust oder Zellschwäche hin. Bei älteren NiCd-Zellen kann dies durch Memory-Effekte oder Kristallbildung entstehen, bei NiMH- und Li-Ion-Zellen meist durch chemische Alterung.
Wenn die Akkuspannung nach dem Laden sofort wieder deutlich unter die Nennspannung fällt, ist er höchstwahrscheinlich defekt. Mit der im Artikel beschriebenen Netzteil-Methode lässt sich das zuverlässig überprüfen.
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